Philosophie

Mein Männerbild

Gesunde Männlichkeit heißt erwachsen werden.

Weder angepasst noch dominant

Wenn über Männlichkeit gesprochen wird, landen wir schnell bei Extremen: beim dominanten Mann, der Verletzlichkeit für Schwäche hält, oder bei einem Männerbild, das Kraft, Aggression, Führung und Unterschiede zwischen Männern und Frauen grundsätzlich misstrauisch betrachtet. Beides greift für mich zu kurz.

Vom angepassten zum selbstständigen Mann. Vom emotional abhängigen zum eigenständigen Mann. Vom passiven zum handlungsfähigen Mann. Vom Jungen zum erwachsenen Mann.

Mann und Frau: gleichwertig, aber nicht identisch

Männer und Frauen besitzen dieselbe menschliche Würde. Das bedeutet für mich nicht, dass Geschlecht, Körperlichkeit oder Unterschiede bedeutungslos sind. Wenn ich von männlicher und weiblicher Energie spreche, meine ich keine starren naturwissenschaftlichen Kategorien, sondern Qualitäten und Pole, die Menschen unterschiedlich verkörpern können.

Männlichkeit braucht Kraft

Aggression ist nicht dasselbe wie Gewalt. Konstruktive Aggression ist auch die Energie, mit der ein Mann aufsteht, widerspricht, Grenzen setzt, schützt und einen notwendigen Konflikt nicht vermeidet.

Liebe braucht ein Gegenüber

Eine Frau braucht keinen Mann, der ihr überlegen ist. Beziehung braucht aber zwei eigenständige Gegenüber. Wer aus Angst vor Ablehnung ständig nachgibt und Spannung sofort beseitigen will, verliert sich selbst.

Polarität und Sexualität

Polarität bedeutet für mich nicht, dass der Mann immer dominant und die Frau passiv sein muss. Sie beschreibt Spannung zwischen unterscheidbaren Menschen. Initiative, Begehren und Präsenz gehören ebenso dazu wie Respekt und die Achtung eines Nein.

Führung heißt Verantwortung

Führung beginnt bei Selbstführung: Entscheidungen treffen, Initiative zeigen, Fehler eingestehen und für die Folgen des eigenen Handelns einstehen. Christlich verstanden ist Führung für mich keine Lizenz zur Herrschaft, sondern Verantwortung in Verbindung mit Dienst und Demut.

„Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark! Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen!“ — 1. Korinther 16,13–14

Beide tragen Verantwortung

Ich lehne Beziehungserklärungen ab, bei denen grundsätzlich ein Geschlecht das Problem ist. Augenhöhe heißt für mich, Männer und Frauen als verantwortliche Erwachsene ernst zu nehmen.

Weder Nice Guy noch Macho

Der angepasste Mann muss nicht lernen, Frauen schlechter zu behandeln. Er muss lernen, auf eigenen Füßen zu stehen.

Mein christliches Menschenbild

Mein Glaube prägt mein Menschenbild. Würde hängt für mich nicht von Leistung, Attraktivität, Status oder der Bestätigung eines Partners ab. Liebe wird freier, wenn der andere nicht dafür verantwortlich ist, mir meinen Wert zu geben.

Sei liebevoll. Aber nicht harmlos.