Werkzeugkasten

Übungen

Verstehen ist wichtig. Veränderung entsteht aber erst, wenn du im Alltag neue Erfahrungen machst.

Sechs Übungen gegen Nice-Guy-Autopilot

Beginne nicht mit allem gleichzeitig. Such dir eine Übung aus und arbeite damit eine Woche. Die Übungen ersetzen keine Psychotherapie oder medizinische Behandlung.

01 Muster benennen

Schreibe eine Woche lang jede Situation auf, in der du etwas gesagt oder getan hast, um „gut anzukommen“ – nicht, weil es deine echte Antwort war.

Übung: Führe ein Tagesprotokoll: Situation – was ich gesagt habe – was ich eigentlich dachte.
02 Einen sicheren Mann finden

Nice-Guy-Muster verändern sich schwer in Isolation. Such dir einen Menschen – idealerweise einen anderen Mann – dem du Fehler, Ängste und Wünsche ungeschönt zeigen kannst.

Übung: Erzähle dieser Person diese Woche eine Sache, die du normalerweise verstecken würdest.
03 Ein kleines Nein üben

Sag bewusst einmal Nein zu einer kleinen, harmlosen Bitte – ohne Entschuldigung und ohne lange Rechtfertigung.

Übung: „Nein, das passt heute nicht.“ Punkt.
04 Verdeckte Verträge aufdecken

Frage dich bei jedem Geben: „Was erwarte ich mir insgeheim dafür zurück?“

Übung: Sprich eine Erwartung offen aus, statt sie stillschweigend zu verfolgen.
05 Konflikt bewusst aushalten

Bleib eine Runde länger im Gespräch, wenn du anderer Meinung bist. Übe, Spannung und unangenehme Stille auszuhalten.

Übung: Beim nächsten Meinungsunterschied nicht sofort nachgeben. Wiederhole zuerst ruhig deine Position.
06 Die Ursprungsprägung ansehen

Wo hast du als Junge gelernt, dass du dich verstellen, leisten oder anpassen musst, um sicher zu sein?

Übung: Schreibe eine frühe Szene auf, die dir zum Thema „nicht gut genug“ einfällt – und besprich sie mit einer geeigneten Vertrauens- oder Fachperson.